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Melli im Wunderland

Ich laufe, hetze durch den tiefen Schnee.
Die Kälte sticht mir überall hin, aber ich spüre es nicht mehr, weil ich mich so sehr beeile.
Ein Kaninchen kündigt an: “Es ist spät!” und ich versuche zu sehen, ob ich mich noch auf dem unsichtbaren Weg befinde, oder nicht. Ich glaube, dass ich mehr vom Weg abgekommen bin, als auf ihm gelaufen. Man sieht aber auch gar nichts bei diesem Drecksschnee. Normalerweise freue ich mich ja über Schnee, aber mittlerweile.. Mittlerweile hängt es mir zum Halse raus und es behindert mich beim Gehen.
Zähflüssig, langsam komme ich voran. Es ist anstrengend mit den Füßen dadurch zu waten und dann auch noch bergauf.
Da vorne kommt eine Straße, das bedeutet ich muss sie überqueren und der Weg geht versetzt weiter. Doch wo ist er? Während ich die Straße ein paar Mal auf und ab laufe beschließe ich einfach querfeldein zu gehen. Und plötzlich stehe ich Hüfthoch im Schnee Treibsand. Ich bin verwirrt, weil ich den Graben nicht sah.
So muss sich Alice gefühlt haben, als sie vor vollendeten Tatsachen stand.
Apropos Alice!

Tim Burton’s zukünftiges Meisterwerk kommt bald in die Kinos! Nämlich am  4. März diesen Jahres!
Und hier habt ihr den tollen Trailer.

Ich freu mich!

Februar 5, 2010Melli 3 Comments »
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Sehnsucht

Es hat angefangen zu Schneien.

Jedes Jahr um etwa die selbe Zeit, tut es das.
Ich stehe an diesem Fenster, blicke hinaus in den kalten Wintertag und denke an dich.
An die alten Zeiten, die nun nur noch vergilbte und verknickte Erinnerungen sind, die mir zeigen, dass du da warst.
An alte Tage mit viel Lachen, viel Weinen und einigem dazwischen. Ich schlage sie zwischendurch immer wieder auf, wie eine alte Zeitung, deren Inhalt einfach zu wichtig war, um jemals vergessen zu werden.
Ich könnte sie in den Altpapiercontainer werfen, in das mein Leben auch irgendwann kommt, aber warum sollte ich das?
Nur, weil du nicht mehr da bist?
Nein, das werde ich nicht!

Damals hast du an diesem selben Fenster gestanden,
das alte Holzfenster dessen Farbe langsam abblättert und das wahrscheinlich damals schon älter war, als wir beide zusammen.
Du hast eine Weile hinaus gesehen, ein Lächeln auf den Lippen und du hattest den selben, strahlenden Gesichtsausdruck gehabt, den Kinder haben, wenn es beginnt zu Schneien.
Der Schnee ist da..
Ein leises Flüstern, fast ein Streicheln deiner Worte.
Ich konnte hören, dass dich das freute, denn ich wusste den Klang deiner Stimme zu deuten, selbst wenn sie noch so leise war.

Ich stand unmittelbar hinter dir und wunderte mich, dass du dich darüber noch so freuen konntest.
Für viele andere bedeutete Schnee nur noch Ärger, Zeitaufwand und schlechtes Durchkommen.
Für all die Erwachsenen, die vergessen haben, was es heißt, die kleinen Freuden des Lebens zu schätzen und in allem nur noch die negativen Seiten betrachten können.
Die einfach zu verwachsen waren, um Kind zu bleiben.

Inmitten meiner Gedanken sagtest du plötzlich:
Weißt du was aus Schnee wird, wenn er schmilzt?
Ich dachte keinen Augenblick nach und antwortete, was mir logisch erschien:
Na, Wasser natürlich, das ist einfach.
Du hast nur gelächelt und den Kopf geschüttelt.
Ich sah dich fragend an, das weiß ich noch, denn ich hatte keine andere Antwort erwartet.
Nein, wenn der Schnee schmilzt, wird es Frühling. Die Kälte kann so lange anhalten wie sie will, doch letztendlich schmilzt der Schnee immer und es wird Frühling. Ich liebe den Frühling.“, sagtest du.
So hatte ich über die Sache damals nie nachgedacht.

Mit dem Winter, dem Schnee kommt die Sehnsucht.

August 16, 2009Melli No Comments »
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