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Nachruf

Es tut mir leid, dass ich meinen Blog zur Zeit sehr vernachlässige.
Das Leben ist nicht immer leicht, es birgt Schwierigkeiten, Ecken und Kanten und dennoch geht es immer irgendwie weiter.
Im Moment bin ich an so einem Punkt angelangt – im Augenblick scheint es auf der Stelle zu stehen, weiß nicht wo und wie es weitergehen wird. Aber es wird weitergehen (müssen)!

Mein Vater erlag seiner Krankheit am 11.7.2010 im Alter von 52 Jahren.
Ich denke, es werden so einige bei Twitter mitbekommen haben, auch, dass er Lungenkrebs hatte. Meine engsten Freunde waren und sind informiert.
Ich habe eine Weile überlegt, ob ich das öffentlich machen soll, hatte mich eigentlich dagegen entschieden, auf Grund der vielen Vorurteile (Aufmerksamkeit und was weiß ich nicht.)
Jetzt jedoch hab ich mich dafür entschieden, den Nachruf meines Vaters auf meinem Blog zu veröffentlichen, vielleicht auch, weil ich nicht an seiner Beerdigung teilhaben kann, weil mir nichts von ihm bleibt, außer den Erinnerungen und dem, was ich von ihm habe. Vielleicht nur das, die Gedanken und Worte, die ich vielleicht niemals mehr sagen kann. Die Email auf die ich niemals eine Antwort erhalten werde.

Die Tage im Schwimmbad, im Irrgarten, der Tag am Meer, der Geruch seines Rasierwassers, die Tage im LKW, die Grillabende usw.
Das sind Erinnerungen, die ich immer in meinem Herzen behalten werde.

Mein Vater war ein sehr guter Mensch. Er hatte seine Macken, aber wer hat die nicht?
Ich wüsste nicht, dass er jemals jemandem gegenüber etwas bösartiges gesagt, oder getan hätte. Natürlich gab es auch Momente, da hat er geflucht, geschrien, natürlich auch Fehler gemacht. Fehler sind menschlich. Aber im Grunde war er ein guter Mensch.
Vieles habe ich früher nicht verstanden, tue es aber heute – denke ich.
Mein Vater hat sein Leben lang gearbeitet, war selten krank und es ist unvorstellbar, was da jetzt passierte.

Ich denke an all die Dinge, die Erlebnisse, die ich mit ihm hätte teilen können. Leider kann ich das nun nicht mehr.

Ich hoffe, dass es dir da wo du jetzt bist besser geht! Dass du nicht zu Leiden hast, mit einem weinenden und einem lachenden Auge hier runter schaust (oder was auch immer) und über uns schimpfst, lachst, richtest, mit Oma und deinen anderen Bekannten, deinem Vater über uns redest, vielleicht erzählst, was so los war, dich beratschlagst. Genauso, wie du es im Leben getan hast.

Ich danke dir für all die schöne Zeit.

Ich liebe und vermisse dich.

Juli 14, 2010Melli 5 Comments »
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