Abhängigkeit
Abhängigkeit.
Klingt nach abhängen, nach rumgammeln, – schön, wenn es das nur wäre.
Es gibt viele Arten von Abhängigkeit.
Emotionale Abhängigkeit von Daten, Menschen, Erinnerungen – von all solcher fiktiven und nicht so fiktiven Dinge.
Man macht Dinge an anderen Leuten fest, zelebriert fiktive Daten, klammert an seinen Erinnerungen, kramt sie immer wieder hervor – schaut somit nicht auf das, was kommt. Man hat vielleicht nichts anderes im Kopf, oder aber man will nichts anderes im Kopf haben, man klammert an Personen/Tieren.
Und dann gibt es die körperliche Abhängigkeit. Die Abhängigkeit von Kaffee, von Drogen, Zigaretten, Kleber, Alkohol, Gasen – allem, was das Herz begehrt – oder eher nicht – ohne die der Körper nur schwer “leben” kann, wenn er erst einmal der Sucht verfallen ist.
Die 3. und wohl schwerste Art der Abhängigkeit: Die Mischung aus beidem. Eine emotionale Abhängigkeit in Verbindung mit körperlichen “Entzugserscheinungen”.
Man hat eine emotionale Bindung zu einem Tier/Gegenstand/Menschen/Datum. Jenes stirbt/geht verloren/verletzt/etc. und man reagiert darauf mit zB. Weinen, Magenkrämpfen und anderen rein körperlichen Symptomen. Richtig abhängig ist man, wenn man merkt, dass das, an dem man klammerte, gar nicht die Person/die Vorstellung ist, die man hatte. Man hat in seinem Kopf ein Ideal erschaffen, an dem man festhält. Bis irgendwann – und das geschieht doch meistens – ein Verlust ins Haus steht oder man verletzt wird. Danach hält es vielleicht ein paar Monate an, vielleicht auch nur Wochen, je nach Schwere und letztendlich merkt man, wie abhängig man eigentlich gewesen ist. Nach dem Entzug sieht man wohl alles klarer, die Drogen vernebeln einem den Kopf und das Denken.
Und letztendlich bleibt einem der fade Geschmack im Mund, die Enttäuschung und die Frage: Wofür eigentlich?

