Archive for the ‘Gedanken’ Category

Zeit

Tja, die gute alte Zeit. Wenn man Spaß hat, dann rennt sie, fliegt fast und wenn man auf etwas wartet, ziehen sich die Minuten wie Kaugummi und kleben an allem, was sie zu fassen kriegen. Dementsprechend kommt es einem vor, wie Stunden.

Gerade im Moment frage ich mich, wo die Zeit bloß hinrennt. Sie rennt und rennt und rennt. Sie gerät nicht ins Straucheln, wird niemals atemlos. Aber ich.
Mir geht das einfach viel zu schnell.

Nehmen wir allein heute. Es ist Sonntag, 18:15. Wo ist der Tag geblieben? Was habe ich getan? Nichts. Ich bin aufgestanden, habe gekocht, etwas herumgesessen. Schon war der Tag vorbei.

In 3 Monaten werde ich 20. 20, Leute. Das sind nur 10 Jahre bis zur 30, oder? 10 Jahre, die vermutlich verfliegen werden.
Früher wünschte ich mir, ich würde schnell älter, damit ich all die Rechte bekäme, die die älteren eben so hatten.  Und jetzt wünsche ich mir, ich würde wieder jünger, weil die Zeit, die man beim älter werden verliert, nicht mehr aufzuholen ist und weil die Zeiten, die man erlebte, einfach die besten waren.

Wem geht es genauso? Ist das der Preis den man dafür zahlt?

Ich weiß aber, dass ich noch viel Zeit habe und zur Not lungere ich halt auch noch mit 30 in den Parks, benehme mich daneben und mache die Zeit, zur besten, die ich habe. Damit ich auch mit 40, 50, 60 rumjammern kann, wie schön die alten Zeiten waren.

August 22, 2010Melli 1 Comment »
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Nachruf

Es tut mir leid, dass ich meinen Blog zur Zeit sehr vernachlässige.
Das Leben ist nicht immer leicht, es birgt Schwierigkeiten, Ecken und Kanten und dennoch geht es immer irgendwie weiter.
Im Moment bin ich an so einem Punkt angelangt – im Augenblick scheint es auf der Stelle zu stehen, weiß nicht wo und wie es weitergehen wird. Aber es wird weitergehen (müssen)!

Mein Vater erlag seiner Krankheit am 11.7.2010 im Alter von 52 Jahren.
Ich denke, es werden so einige bei Twitter mitbekommen haben, auch, dass er Lungenkrebs hatte. Meine engsten Freunde waren und sind informiert.
Ich habe eine Weile überlegt, ob ich das öffentlich machen soll, hatte mich eigentlich dagegen entschieden, auf Grund der vielen Vorurteile (Aufmerksamkeit und was weiß ich nicht.)
Jetzt jedoch hab ich mich dafür entschieden, den Nachruf meines Vaters auf meinem Blog zu veröffentlichen, vielleicht auch, weil ich nicht an seiner Beerdigung teilhaben kann, weil mir nichts von ihm bleibt, außer den Erinnerungen und dem, was ich von ihm habe. Vielleicht nur das, die Gedanken und Worte, die ich vielleicht niemals mehr sagen kann. Die Email auf die ich niemals eine Antwort erhalten werde.

Die Tage im Schwimmbad, im Irrgarten, der Tag am Meer, der Geruch seines Rasierwassers, die Tage im LKW, die Grillabende usw.
Das sind Erinnerungen, die ich immer in meinem Herzen behalten werde.

Mein Vater war ein sehr guter Mensch. Er hatte seine Macken, aber wer hat die nicht?
Ich wüsste nicht, dass er jemals jemandem gegenüber etwas bösartiges gesagt, oder getan hätte. Natürlich gab es auch Momente, da hat er geflucht, geschrien, natürlich auch Fehler gemacht. Fehler sind menschlich. Aber im Grunde war er ein guter Mensch.
Vieles habe ich früher nicht verstanden, tue es aber heute – denke ich.
Mein Vater hat sein Leben lang gearbeitet, war selten krank und es ist unvorstellbar, was da jetzt passierte.

Ich denke an all die Dinge, die Erlebnisse, die ich mit ihm hätte teilen können. Leider kann ich das nun nicht mehr.

Ich hoffe, dass es dir da wo du jetzt bist besser geht! Dass du nicht zu Leiden hast, mit einem weinenden und einem lachenden Auge hier runter schaust (oder was auch immer) und über uns schimpfst, lachst, richtest, mit Oma und deinen anderen Bekannten, deinem Vater über uns redest, vielleicht erzählst, was so los war, dich beratschlagst. Genauso, wie du es im Leben getan hast.

Ich danke dir für all die schöne Zeit.

Ich liebe und vermisse dich.

Juli 14, 2010Melli 5 Comments »
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Haus der Erinnerung

Ich betrat das Haus der Erinnerung, sah mich in seinen staubigen Gefilden um.
Das Licht brach sich in den Fenstern, die schon lange nicht mehr geputzt worden waren und brachten goldenes Licht hinein.
Der Staub tanzte darin – schwerelos. Schwerelos war auch ich, gedankenverloren, in diesem Haus. Die Treppe knarrte, das Holz war morsch und muffig, aber ich wusste, wie es noch vor ein paar Jahren ausgesehen hatte.
Ich berührte das Geländer, kühl war es und standhaft, wie vor vielen Jahren. Ein Loch in der Wand, hineingerissen durch Wut und Verachtung – ich  bedeckte es mit einer Hand. Weitere Risse waren im Mauerwerk zu verzeichnen – schwere Zeiten hatte es miterlebt.
Die feuchte Luft, die in meine Lungen strömte, erzählte vom Regen der vergangenen Jahre.
Auf dem Dachboden lagen alte Spielzeuge, verdreckt und zurück gelassen. Eine Melodie flatterte durch den Raum, bereit wahrgenommen zu werden, niemals zu verhallen.


Eine Reise durch die Zeit. Eine Zeit die es niemals wieder geben wird, aber eine Melodie in unserer aller Herzen bleibt.

Ungerecht

Wie so oft, wenn ich schlecht schlafe oder träume (was leider der Fall war) denke ich am Tag danach zu viel nach. Es ist fast, als müsse man das, was man nachts nicht verarbeiten konnte, am Tag darauf nachholen.
Ich konnte auf Grund von übertriebenen Hitzewallungen und gleichzeitig wieder Schüttelfrost nicht einschlafen. Wenn ich ein Fieberthermometer hätte, könnte ich euch sagen, ich hätte Fieber gehabt – so allerdings vermute ich es einfach nur. Natürlich könnte ich das auch googlen, aber eigentlich bin ich nicht scharf drauf, hinterher zu glauben, ich müsse auf jeden Fall an irgendeiner Krankheit sterben. Man kennt das ja, gib ein Symptom bei Google ein und er spuckt dir gefühlte 300 Krankheiten dafür aus.
Abgesehen von der Müdigkeit geht es mir aber wieder gut. Moment, wo ist die Müdigkeit? Wir haben bald 3 Uhr morgens. :O

Na ja, wie dem auch sei. Kennt ihr eine der bekanntesten Fragen?
Warum ist die Welt so ungerecht? Eine Frage die mit einer geschätzten Million anderer Fragen einhergeht. Ich nenn’ euch mal ein paar Beispiele.

- Warum werden die, die es am wenigsten verdienen krank und die Menschen, die anderen Leid antun, werden es nicht?
-  Warum bekommt nicht jeder nur das, was er auch verdient?
- Warum kommt man als Arschloch weiter, als die anderen?
- Warum bilden sich Menschen ein, sie seien über andere erhaben oder können ihnen grundlos weh tun?

Natürlich gibt es da mehr, aber jeder kennt die Gedanken, jeder kennt die Fragen, die ich mir heute stellte.

Ich für meinen Teil versuche zu glauben,
dass jeder irgendwann bekommt, was er verdient und wenn es noch so lange dauert.

Also, ihr schlechten Menschen da draußen, macht euch gefasst.

Mai 11, 2010Melli 6 Comments »
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Mecker-Mecker-Mecker

Ich hasse …

- Menschen, die sich in einem Pulk an die engste Stelle eines Weges/Ganges stellen und tratschend den Weg versperren.
Dazugehörig: Mädchen/Jungen, die auf einem Bürgersteig alle nebeneinander her gehen (ab 3 Stück aufwärts) und keinen Platz machen, wenn man ihnen entgegen kommt.

- Es im vollen Schulbus zu sitzen, eingequetscht zwischen irgendwelchen (stinkenden) Menschen, beglotzt zu werden, nur weil man kein Schüler ist (und nicht dem “Ideal” entspricht).

- Menschen, die ihre Versprechen nicht halten oder ihre schlechte Laune an anderen Menschen auslassen, obwohl diese nichts dafür können

- Menschen, die intolerant sind; auch wenn das einschließt, dass ich intolerant gegenüber intoleranten Menschen bin.

- Menschen, die ohne einen Grund den ganzen Tag, selbst bei Regen und in Läden oder im Schwimmbad eine Sonnenbrille tragen. Einfach nur unlogisch (wenn derjenige nichts im Gesicht zu verstecken hat).

- Splissige Haare.

- Menschen, die einen anhusten/anniesen, ohne sich auch nur zu entschuldigen oder wenigstens die Hand davor zu halten. Ekelfaktor 10.

- Menschen, die meinen, sie können ihre Rotzfahnen/Kaugummis immer und überall wegwerfen, irgendwer wird es schon vom Boden/Sitzplatz aufheben. Bah.

- Menschen, die sich über psychische sowie physische Krankheiten lustig machen.

- Menschen, die morgens/mittags/abends/nachts nichts anderes zu tun haben, als ihr Handy als Ghettoblaster zu nutzen. Teilweise so laut, dass ich meine eigene Musik  (via KOPFHÖRER) nicht mehr hören kann.

- Lügen.

April 30, 2010Melli 2 Comments »
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Melancholie des Augenblicks

Draußen dämmert es.
Tobi, der mich den ganzen Tag auf Trab gehalten hat, in der Wohnung umherquietschte und sich alles in den Mund schob, das nur irgendwie essbar war, ist vorhin abgeholt worden. Der Held hat gerade Fahrpraxis für den Führerschein und ich sitz hier im Wohnzimmer, am reanimierten Laptop und frage mich, wo der freie Tag hin ist.
Morgen um 6.30 muss ich schon wieder auf der Arbeit sein.
Die Tage gehen hin und kommen nicht wieder.
Immer schneller ziehen sie vorbei, hell, dunkel, hell, dunkel, Tag und Nacht.

Genauso verhält es sich mit Freunden. Die selben, die eben noch bei dir standen, mit dir über irgendwas tratschten, mit dir Eis essen gingen, feierten und dir nahe standen – rammen dir plötzlich einen 30 cm Dolch in den Rücken, drehen ihn ein paar Mal um, um zum Abschluss nochmal vor deine Füße zu rotzen. Die, die schwören, dass sie immer mit dir befreundet bleiben, sind diejenigen, die immer die größten Töne spucken und dann weg sind, wenn’s mal schwierig wird. Große Fresse – nichts dahinter. Hunde, die bellen, beißen nicht. In schweren Zeiten erkennt man seine Freunde. Es ist immer so.

Es ist traurig, mich macht das traurig, aber das scheint der Lauf der Dinge zu sein. Leute treten in dein Leben und sie treten aus deinem Leben. Die meisten scheint das nicht sonderlich zu interessieren, zumindest scheint es nur mir etwas auszumachen.

Da ich in der Schule so und so nicht besonders beliebt war (Um genau zu sein, war ich ziemlich verhasst) sind mir von dort nicht viele geblieben.
Aber ich danke den Menschen, die nach wie vor für mich da sind, auch nach Schwierigkeiten, in schweren Zeiten sowie in Guten, die das Wort Freundschaft immer noch ernst nehmen und jeden Tag beweisen, dass sie es wert sind.

Danke, Tanja und Sarah. Ich liebe euch, für das was ihr seid.

April 20, 2010Melli 6 Comments »
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Abhängigkeit

Abhängigkeit.
Klingt nach abhängen, nach rumgammeln, – schön, wenn es das nur wäre.
Es gibt viele Arten von Abhängigkeit.

Emotionale Abhängigkeit von Daten, Menschen, Erinnerungen – von all solcher fiktiven und nicht so fiktiven Dinge.
Man macht Dinge an anderen Leuten fest, zelebriert fiktive Daten, klammert an seinen Erinnerungen, kramt sie immer wieder hervor – schaut somit nicht auf das, was kommt. Man hat vielleicht nichts anderes im Kopf, oder aber man will nichts anderes im Kopf haben, man klammert an Personen/Tieren.

Das Bild im Original(c) loveiisparanoid on Deviantart

(c) loveiisparanoid on Deviantart

Und dann gibt es die körperliche Abhängigkeit. Die Abhängigkeit von Kaffee, von Drogen, Zigaretten, Kleber, Alkohol,  Gasen – allem, was das Herz begehrt – oder eher nicht – ohne die der Körper nur schwer “leben” kann, wenn er erst einmal der Sucht verfallen ist.

Die 3. und  wohl schwerste Art der Abhängigkeit: Die Mischung aus beidem.  Eine emotionale Abhängigkeit in Verbindung mit körperlichen “Entzugserscheinungen”.
Man hat eine emotionale Bindung zu einem Tier/Gegenstand/Menschen/Datum. Jenes stirbt/geht verloren/verletzt/etc. und man reagiert  darauf mit zB. Weinen, Magenkrämpfen und anderen rein körperlichen Symptomen. Richtig abhängig ist man, wenn man merkt, dass das, an dem man klammerte, gar nicht die Person/die Vorstellung ist, die man hatte. Man hat in seinem Kopf ein Ideal erschaffen, an dem man festhält. Bis irgendwann – und das geschieht doch meistens – ein Verlust ins Haus steht oder man verletzt wird. Danach hält es vielleicht ein paar Monate an, vielleicht auch nur Wochen, je nach Schwere und letztendlich merkt man, wie abhängig man eigentlich gewesen ist. Nach dem Entzug sieht man wohl alles klarer, die Drogen vernebeln einem den Kopf und das Denken.

Und letztendlich bleibt einem der fade Geschmack im Mund, die Enttäuschung und die Frage: Wofür eigentlich?

März 16, 2010Melli 8 Comments »
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Der Duft von Erinnerung

Ist euch das schon einmal passiert?
Ihr lauft durch einen Laden, oder eine Straße und plötzlich riecht ihr etwas –  vielleicht ein Parfum – und es erinnert euch an etwas.
Bei mir ist es meistens so, dass ich nicht weiß, woran es mich erinnert. Ich wette, einige dieser Dinge hat man gerochen, als man noch klein war.  Vielleicht kann man sich deshalb nicht daran erinnern, weil das Hirn solche Zusammenhänge nicht ganz verarbeiten kann. Da ich aber kein Wissenschaftler bin, ist die Theorie fragwürdig.

Woran ich mich aber erinnere, sind die Situationen, die mit Parfum meiner Freunde, oder meinem in Verbindung stehen. Das ist der Grund, warum ich selten doppeltes Parfum kaufe, weil ich mit jedem der Düfte etwas verbinde. Dennis’ Parfum erinnert mich an seinen Schal, den ich mir oft von ihm geborgt hatte, bis ich irgendwann einen eigenen hatte und die Zeit, die wir miteinander verbrachten. Kokosnuss erinnert mich an Sarahs Kokosnuss-Parfum, dass sie im Kunstunterricht großzügig versprüht hatte, Joop erinnert mich an meine Mutter und an meine Oma, die immer anwies dieses zu kaufen. Patchouly erinnert mich an Tanja und ihren Ex-Freund und das Bruno Banani erinnert mich an Nils und daran, dass ich das einfach nur geil fand, sodass ich meinem kleinen Bruder dazu riet, jenes zu besorgen.  Ich weiß bei allen, wo sie zu besorgen sind oder wie sie heißen (was daran liegt, dass ich Parfumfetischistin bin).

Kürzlich habe ich mir aber ein Parfum gekauft, um mich bewusst an 2005 zu erinnern, denn mein Parfum erinnert mich an die Situationen, in denen ich es getragen habe.  Ich hab sie als schöne Zeit empfunden, zumindest den Sommer über <3

März 8, 2010Melli 3 Comments »
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Gedicht: Vampir

Ein etwas holpriges und somit unbeholfenes Gedicht.
Davon hab ich heute geträumt. Allerdings war ich der Kerl, das war verwirrend. :D

Ich schreite durch’s Dunkel
- gerufen von dir
Ich komme schon bald,
habe keine Angst vor ihr.

Dort beim alten Baum
erwartest du mich
und es ist kein Traum,
denn ich sehe dich!

Knisterlaub, feucht und kalt
Ein Mond so rot wie Blut
Wind treibt Schatten in den Wald
Mond taucht ihn in Glut.

Ich hab lang auf dich gewartet
weißes Kleid, langes Haar
und jetzt ganz unerwartet
bist du plötzlich da.

Unsere Liebe wird ewig sein
an deinen Lippen hängt der Tod
nun bin ich nicht mehr allein,
und das vorm nächsten Morgenrot.

Das Gedicht ist etwa 2 Monate alt, passte aber irgendwie gut zum Traum.

Februar 28, 2010Melli No Comments »
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Meine Meinung: A-Blogger

Für die Menschen, die nicht wissen, was ein A-Blogger ist, gibt es eine Beschreibung auf Wikipedia.

Zuallererst ist A-Blogger, oder auch Alpha-Blogger ein recht merkwürdiges Wort, könnte man meinen.
Alpha steht für den ersten Buchstaben des griechischen Alphabetes, Alpha-Tiere sind somit die “ersten” – in einer Rangordnung also die höchsten – Tiere.
Wenn man dies auf den Menschen überträgt, sollte man meinen, der A-Blogger oder auch das Alpha-Tier (wie man gerne Menschen in Leitposition nennt) sollte besonders stark, besonders aktiv und/oder besonders weise oder erfahren sein.
In Wahrheit ist es aber doch eigentlich so (wenn ich mal auf die “Topliste der A-Blogger” rumklicke), dass sie einfach nur die meisten Besucher haben und zum Großteil noch nicht einmal besonders alt oder weise  sind.

Um sich A-Blogger nennen zu dürfen, setzt man einfach nur voraus, dass man eine Masse von Besuchern anzieht und/oder möglichst oft verlinkt wird.
Wie erreicht man das am besten? Besucher bekommt man auf vielerlei Weise, zB. kann man sich in vielen Blogcommunities anmelden, überall seine Links rumspammen oder einfach das schreiben, was die Masse gern hat:  Schrott. Politik, sozialen Kram, Nachrichten und einfach nur Schrott.
Das selbe Prinzip hat man bei vielen  Fernsehsendern:  Sie senden das, was die Masse sehen will und seien wir mal ehrlich: Das ist in der Regel Schrott.
Menschen werden in ihren schlimmsten Momenten gefilmt, es gibt Talkshows, Castingshows und die ganze Welt sieht sich das an und lacht.

Zudem baut man sich einen Kreis auf – eine Leserschaft – , die erzählen wiederum anderen Leuten davon und so strömen immer mehr Menschen auf deinen Blog und wollen lesen, was man an geistigem Zeug von sich lässt. Der Großteil an Besuchern sind außerdem Bots, die den Zähler ebenso in die Höhe treiben.

Was ich nicht verstehe:
Warum wird dem so viel Bedeutung beigemessen?
Die Leute rackern sich ab, vernachlässigen mitunter ihr wahres Leben, um eine “virtuelle eigene Welt”, ein eigenes Netzwerk zu erschaffen, immer wieder neu möglichst viele Besucher anzuziehen und andauernd in ihren Besucherzähler zu sehen.  Blogger, die wesentlich weniger Besucher haben,  -wahrscheinlich auch noch B-, C-, oder E-Blogger genannt – mühen sich ab, irgendwann einmal einen ähnlichen Status zu haben. Das sieht man teilweise sogar im Twitter (“Warum habe ich nicht so viele Besucher?” , “Heute weniger Besucher als gestern”). Aber wieso?


Ich kann nachvollziehen und verstehen, dass der Austausch Spaß macht und auch, dass man sich gerne mit anderen Leuten unterhält, aber ich kann nicht nachvollziehen, dass man sein Leben in jeder Einzelheit preis gibt und mehr Zeit in seinen Blog investiert, als in sein wahres Leben.
Versteht mich nicht falsch, mir macht es Spaß zu Bloggen, aber wie kann es sein, dass man zB. nicht angesehen ist, weil man nicht jeden Tag Zeit hat zum Bloggen oder relativ wenige Besucher/Kommentare hat. Man steht quasi unter einem Zwang, möglichst aktuell zu Bloggen und möglichst interessante Beiträge zu liefern. Ist dies nicht der Fall, fliegt man schon einmal aus einer Blogroll oder aus einer “Affischaft”. Die Frage ist, wie kann sich jemand das Recht nehmen, über etwas zu urteilen (sei es wenig zu Bloggen oder Art der Beiträge) wenn er entsprechende Person nicht kennt und Blogeinträge hauptsächlich ja der eigenen Meinung entsprechen und nicht immer die Meinung der Besucher ist.
Und wie um alles in der Welt kann man sich als A-Blogger für etwas besseres halten?!

Viele der Menschen, die nicht so viel Bloggen und weniger Besucher haben, haben wenigstens eine eigene Meinung.
Mir ist es nicht wichtig, dass ich vielleicht 50 – 70 Besucher am Tag habe. Mir ist es nicht wichtig, über Dinge zu bloggen, die mich weder interessieren noch Spaß machen.
Mir ist es nicht wichtig, aus Blogrolls geworfen zu werden oder wenn jemand nicht meiner Meinung ist.

Mir ist mein Leben wichtig.
Denn wenn ich Krebs habe, oder anderweitige Probleme, hilft mir von meiner Leserschaft niemand (ohne das böse zu meinen), denn wer würde sich _WIRKLICH_ in den Zug setzen und herfahren? Niemand ;) Soziale Kontakte sind schön, eventuell kann auch Freundschaft daraus werden, aber das ist doch, wenn wir ehrlich sind, eher selten.

Worauf es ankommt, sind reale Freunde, reales Leben und das Bloggen sollte eine Nebensächlichkeit sein, die Spaß macht, aber nicht zu den wichtigen Dingen im Leben gehört.

Februar 25, 2010Melli 11 Comments »
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