Melancholie des Augenblicks

Draußen dämmert es.
Tobi, der mich den ganzen Tag auf Trab gehalten hat, in der Wohnung umherquietschte und sich alles in den Mund schob, das nur irgendwie essbar war, ist vorhin abgeholt worden. Der Held hat gerade Fahrpraxis für den Führerschein und ich sitz hier im Wohnzimmer, am reanimierten Laptop und frage mich, wo der freie Tag hin ist.
Morgen um 6.30 muss ich schon wieder auf der Arbeit sein.
Die Tage gehen hin und kommen nicht wieder.
Immer schneller ziehen sie vorbei, hell, dunkel, hell, dunkel, Tag und Nacht.

Genauso verhält es sich mit Freunden. Die selben, die eben noch bei dir standen, mit dir über irgendwas tratschten, mit dir Eis essen gingen, feierten und dir nahe standen – rammen dir plötzlich einen 30 cm Dolch in den Rücken, drehen ihn ein paar Mal um, um zum Abschluss nochmal vor deine Füße zu rotzen. Die, die schwören, dass sie immer mit dir befreundet bleiben, sind diejenigen, die immer die größten Töne spucken und dann weg sind, wenn’s mal schwierig wird. Große Fresse – nichts dahinter. Hunde, die bellen, beißen nicht. In schweren Zeiten erkennt man seine Freunde. Es ist immer so.

Es ist traurig, mich macht das traurig, aber das scheint der Lauf der Dinge zu sein. Leute treten in dein Leben und sie treten aus deinem Leben. Die meisten scheint das nicht sonderlich zu interessieren, zumindest scheint es nur mir etwas auszumachen.

Da ich in der Schule so und so nicht besonders beliebt war (Um genau zu sein, war ich ziemlich verhasst) sind mir von dort nicht viele geblieben.
Aber ich danke den Menschen, die nach wie vor für mich da sind, auch nach Schwierigkeiten, in schweren Zeiten sowie in Guten, die das Wort Freundschaft immer noch ernst nehmen und jeden Tag beweisen, dass sie es wert sind.

Danke, Tanja und Sarah. Ich liebe euch, für das was ihr seid.

April 20, 2010Melli 6 Comments »
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6 Responses to this entry

  • Jasmin Says:

    Ich liebe solche Momente, wo mir Menschen, die ich nicht mal kenne einfach aus der Seele sprechen. Schön geschrieben. Hast absolut recht, was die wahren Freunde angeht! Der Vergleich mit den Hunden ist gut, muss ich mir merken ;)

    Posted on April 20th, 2010 at 22:38 Reply | Quote
  • Halliway Says:

    Wie wahr, wie wahr. Schön geschrieben. Aus vielen Freunden wurden bei mir auch nur noch “Bekannte” aber weisste was? Lieber 2 wahre Freunde als solche Menschen, wie du sie im Mittelteil des Artikel beschrieben hast.

    Posted on April 21st, 2010 at 09:05 Reply | Quote
  • Zitate aus der Blogosphäre IX Says:

    [...] “Die Tage gehen hin und kommen nicht wieder. Immer schneller ziehen sie vorbei, hell, dunkel, hell, dunkel, Tag und Nacht. Genauso verhält es sich mit Freunden. Die selben, die eben noch bei dir standen, mit dir über irgendwas tratschten, mit dir Eis essen gingen, feierten und dir nahe standen – rammen dir plötzlich einen 30 cm Dolch in den Rücken, drehen ihn ein paar Mal um, um zum Abschluss nochmal vor deine Füße zu rotzen.” (Melli – Melancholie des Augenblicks) [...]

    Posted on April 21st, 2010 at 21:51 Reply | Quote
  • Melli Says:

    Wie Recht ihr habt :)

    Posted on April 27th, 2010 at 19:38 Reply | Quote
  • Sarah Says:

    :)

    Posted on April 28th, 2010 at 18:04 Reply | Quote
  • Casi Says:

    kann ich alles so unterschreiben für mein leben… naja, außer den schluss – ich liebe tanja und sarah nicht ;)

    Posted on Mai 9th, 2010 at 01:57 Reply | Quote

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