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Melancholie des Augenblicks

Draußen dämmert es.
Tobi, der mich den ganzen Tag auf Trab gehalten hat, in der Wohnung umherquietschte und sich alles in den Mund schob, das nur irgendwie essbar war, ist vorhin abgeholt worden. Der Held hat gerade Fahrpraxis für den Führerschein und ich sitz hier im Wohnzimmer, am reanimierten Laptop und frage mich, wo der freie Tag hin ist.
Morgen um 6.30 muss ich schon wieder auf der Arbeit sein.
Die Tage gehen hin und kommen nicht wieder.
Immer schneller ziehen sie vorbei, hell, dunkel, hell, dunkel, Tag und Nacht.

Genauso verhält es sich mit Freunden. Die selben, die eben noch bei dir standen, mit dir über irgendwas tratschten, mit dir Eis essen gingen, feierten und dir nahe standen – rammen dir plötzlich einen 30 cm Dolch in den Rücken, drehen ihn ein paar Mal um, um zum Abschluss nochmal vor deine Füße zu rotzen. Die, die schwören, dass sie immer mit dir befreundet bleiben, sind diejenigen, die immer die größten Töne spucken und dann weg sind, wenn’s mal schwierig wird. Große Fresse – nichts dahinter. Hunde, die bellen, beißen nicht. In schweren Zeiten erkennt man seine Freunde. Es ist immer so.

Es ist traurig, mich macht das traurig, aber das scheint der Lauf der Dinge zu sein. Leute treten in dein Leben und sie treten aus deinem Leben. Die meisten scheint das nicht sonderlich zu interessieren, zumindest scheint es nur mir etwas auszumachen.

Da ich in der Schule so und so nicht besonders beliebt war (Um genau zu sein, war ich ziemlich verhasst) sind mir von dort nicht viele geblieben.
Aber ich danke den Menschen, die nach wie vor für mich da sind, auch nach Schwierigkeiten, in schweren Zeiten sowie in Guten, die das Wort Freundschaft immer noch ernst nehmen und jeden Tag beweisen, dass sie es wert sind.

Danke, Tanja und Sarah. Ich liebe euch, für das was ihr seid.

April 20, 2010Melli 6 Comments »
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