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Intoleranz.

Hier ein älterer Text, den ich zum Thema Intoleranz verfasst hab.. Ich weiß, ist lang und nervig und überhaupt, aber mich beschäftigt’s halt immer wieder..

Ich frage mich, was Menschen dazu berechtigt, anderen Menschen gegenüber intolerant zu sein, oder woher sie das Gefühl haben, damit auch noch im Recht zu sein?! Und was ich noch verwunderlicher finde: Wie kann man Toleranz erwarten und darauf bestehen, akzeptiert zu werden, wenn man selber intolerant ist?
Ich meine, in der Realität verhält es sich so: Jeder ist ein Individuum und macht aus sich das, was er sein möchte und vor allem, womit er sich wohl fühlt.
Also sehe ich zB. keinen Grund darin, jemanden wegen seiner Klamotten, seines Stils oder ähnlichem zu hänseln, noch Klischees auszuschlachten, die nicht auf dem neusten Stand sind und vor allem zu 90% auf Hirngespinsten und Einzelmeinungen/-fällen basieren.
Es gibt zB. Szeneklischees:
Emos: “Ritzen” sich, tragen schwarz und neonfarben, Emoscheitel, Heulsusen, Memmen
Gothics: Immer depressiv, immer traurig, Hass auf andere, Satanisten, alles schwarz, mögen Friedhöfe
Hopper: Sind dumm, Kiffen alle, tragen XXXL-Klamotten, können sich nicht artkulieren
Punks: Faul, arbeitsscheu, waschen sich kaum
Metaler: Böse Kirchenhasser, Satanisten, waschen sich ebenfalls kaum, haben vom Headbangen oft einen Hirnschaden
Ausländer: Benehmen sich alle scheiße, sind alle aggressiv, machen einen auf ‘Cool’, fahren alle BMW/Mercedes
Tussis: Schminken, Schminken, Schminken, Kerle aufreißen, Fremdgeher, Schlampen, Arrogant und selbstverliebt
Dann gibt es Vorurteile gegenüber Spielen (CounterStrike: Alles potentielle Amokläufer), Menschengruppen (Jugend: Kein Respekt), Waren (Alles krebserregend), Ländern (Frankreich: Froschesser, Polen: Klauen) und vielen anderen Dingen.

Was die letzteren Dinge angeht: Ich kann nachvollziehen, dass die Menschheit für alles, was sie verbockt hat oder je nachdem auch nicht, einen Sündenbock sucht, damit sie es alle einfacher haben. Doch finde ich, dass das Ganze wirklich schade ist.
Statt die Fehler bei sich zu suchen und vielleicht mal umzudenken und etwas zu ändern, geben sie einfachen Dingen die Schuld.
Es ist nicht richtig, aber eben einfach und es löst die Probleme nicht, ich würde sogar sagen, es macht sie sogar ein wenig schlimmer.
Was die Szenen und Gruppierungen anbelangt, ist Intoleranz immer unangebracht. Ich bilde mir immer erst über jemanden eine Meinung (und das bezieht sich nicht auf ein mal sehen, einmal miteinander sprechen), ehe ich mir meinen Teil dazu denke. Klar, es gibt auch Tage, da sehe ich jemanden auf der Straße und denke “Oh Gott.” aber ich würde niemals ein Urteil über Jemanden fällen, den ich nicht kenne. Ich bin tolerant. Allen Gruppierungen und Szenen gegenüber, bis auf Rechtsradikale. Ich mein, sie haben auch nur eine Meinung, die ich akzeptiere, wenn sie meinen, sie müssten diese haben, aber ich akzeptiere niemanden, der anderen mit Gewalt etwas antut, oder versucht Jemandem seine Meinung/Art auf zu zwingen. Und was ich halt eben nicht toleriere sind intolerante Menschen. Das macht mich zwar auch ein wenig intolerant – irgendwie – aber in einem erträglichen Grad, denke ich.

Und nur, weil jemand nicht in das Gesamtbild passt, einer eingebildeteten “Idealvorstellung” , hat man nicht das Recht denjenigen anzugreifen – weder verbal noch handfest. Ich kenne zum Beispiel einige aus der Gothic-/Emoszene. Davon gibt es immer mal welche, die sich beschweren, dass sie von älteren Herrschaften o.a. schief angeguckt oder beschimpft werden, wie intolerant die Welt sei etc.. Aber selber sehen sie einen Hopper auf der Straße, den sie nicht mal kennen und nölen herum, wie scheiße die doch sind und schlachten jedes Klischee aus, dass ihnen dazu einfällt. Es gibt so viele Menschen auf der Welt und jeder ist nun mal anders. Jeder macht aus sich, was er machen möchte. Jeder lebt anders und folgt einem anderen Ziel (oder vielen) und jeder sollte so viel Freiheit besitzen, dass er das machen darf, was er gerne möchte, ohne von irgendwelchen Menschen dafür angeranzt zu werden. Der Mensch sollte lernen, erstmal bei sich zu schauen, statt immer nur bei anderen und versuchen, besser mit anderen aus zu kommen.

Im Übrigen: Nicht jeder, der nach einer Szene aussieht, befindet sich auch in dieser. Viele gehören keinen Schubladen an, werden aber dennoch in diese gesteckt. Dass ‘normale’ Menschen depressiv werden können, oder zB. an SVV leiden, sehen die wenigsten. Sie ordnen es immer Menschen zu, die sowieso schon auffallen und ziehen viele dieser ernsten Dinge ins Lächerliche. Dabei sind auch dies Krankheiten, wie eine Grippe oder ein Schnupfen. Ebenso weit verbreitet, nur nicht so auffällig. Und so gibt es viele Dinge, die in bestimmten Szenen als Klischee verwendet werden, aber auch im normalen Leben verbreitet sind. Und deshalb versteh ich oftmals nicht, wie manche Menschen auf Dinge reagieren, die sie nicht so kennen oder gar Angst vor haben. Soviel dazu.

Werde das Ergänzen, wenn mir irgendwann mal noch was dazu einfallen sollte. Vielleicht hat ja mal Jemand eine Idee, wieso das Ganze überhaupt so läuft..

September 7, 2009Melli No Comments »
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